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Schulungsblock 3: Ehrenamtliche Schlaganfall ...

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Schulungsblock 2: Ehrenamtliche Schlaganfall ...

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Implementierungspläne

Implementierung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer/-innen – Identifikation von Förderfaktoren und Barrieren

Masterarbeit von Frau Juliane Friedrich

 

Hintergrund

Im Jahr 2016 erlitten weltweit 2,8 von 100 Einwohnern einen hämorrhagischen Schlaganfall, der durch eine spontane Blutung im Hirngewebe verursacht wird. Bei 2,6 von 100 Einwohnern trat ein ischämisches Schlaganfallereignis auf, welches mit einer reduzierten Hirndurchblutung von 85% und mehr einhergeht. Nach Angaben des statistischen Bundesamts zählt der Schlaganfall im Jahr 2015 deutschlandweit zu den zehn häufigsten Todesursachen. Ein Drittel der Überlebenden wird wieder vollständig gesund, zwei Drittel der Betroffenen sind jedoch dauerhaft von körperlichen und geistigen Einschränkungen bedroht. Neben der Versorgung durch Hausärzten/-innen, Fachärzten/-innen, Physiotherapeuten/-innen, Ergotherapeuten/-innen, Logopäden/-innen und ambulanten Pflegediensten, sind ehrenamtliche informelle und niederschwellige Angebote, wie Selbsthilfegruppen für die Betroffenen und deren Angehörige von großer Bedeutung.

Ein zusätzliches Angebot für Schlaganfallbetroffene stellen ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer/-innen dar. Sie beraten Betroffene und ihre Angehörigen entsprechend ihrer Probleme zu regionalen Hilfsangeboten und vermitteln zu diesen. Weiterhin vernetzen die Schlaganfall-Helfer/-innen Betroffene und deren Angehörige mit den regionalen Angeboten zur Selbsthilfe.

Forschungsstand ehrenamtsbasierter Interventionen bei Schlaganfall

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit der informellen Pflege von Schlaganfallbetroffenen, die von Familienangehörigen und Freunden geleistet wird. In den genannten Studien findet jedoch keine Betreuung und Unterstützung durch außenstehende ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer und -Helferinnen im Sinne dieser Arbeit statt.

Ziel

Ziel der Arbeit ist die Identifizierung von Förderfaktoren und Barrieren im Rahmen der Einführung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer/-innen (SAH).

Methodik

Fragebögen, Einzel- und Gruppeninterviews mit den Teilnehmenden der Schulung zum/zur Schlaganfall-Helfer/-innen und den Koordinatorinnen.

Ergebnisse

Förderfaktoren und Barrieren lassen sich in die vier Bereiche „Qualifikation“, „Infrastruktur“, „Ressourcen“ und „Werbung“ einteilen.

Die selbstwahrgenommene Kompetenz stieg im Rahmen der Schulung um 37% an. Schlaganfall-Helfer/-innen fühlen sich im Umgang mit Schlaganfallbetroffenen und deren Angehörige sicher und nehmen sich als Profession war. Somit wirkt die entwickelte Schulung durch das Modellprojekt als Förderfaktor im Einführungsprozess. Im Rahmen der Erhebung der Schulungsqualität kam eine hohe Zufriedenheit mit den Schulungsaspekten zum Ausdruck und unterstrich die positive Rolle der Schulung.

Als weiterer Förderfaktor der Einführung zählt die räumliche Nähe zur Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe (SDSH). Eine geringe Entfernung ermöglicht regelmäßige Treffen, sowohl vor der Einführung des Projektes als auch im Verlauf, um das weitere Vorgehen zu planen. Neben dem regelmäßigen Austausch bot die räumliche Nähe den Vorteil, dass Dozenten/-innen, welche bereits während des Modellprojektes Schulungsinhalte gestalteten und für Schulungen zur Verfügung standen, wiederum für die Gründung/Einführung weiterer Standorte als Dozenten/-innen in Betracht kamen. Neue Standorte können auf ein Netzwerk anderer Koordinatoren/-innen zurückgreifen und in den Austausch treten. Dieser Förderfaktor ermöglichte die Vorinformation und Beratung durch Standorte, die den Einführungsprozess bereits durchlaufen hatten und so wichtige Informationen geben und motivierend zur Seite stehen können.

Mit dem bundesweiten Start des Modellprojektes werden Schlaganfall-Koordinatoren/-innen zur Organisation der Einführung vor Ort eingesetzt. Dies geschieht in Kooperation mit der SDSH, welche den Inhalt der Schulungen und Vorlagen für Werbematerial zur Verfügung stellt. Die Koordination der Einführung durch mindestens zwei Schlaganfall-Koordinator/-innen ist ein weiterer Förderfaktor, da eventuelle Ausfälle der Koordinatoren/-innen ausgeglichen werden und die Einführung kontinuierlich weitergeführt wird Als personelle Ressource stellen die 22 ausgebildeten SAH ebenfalls einen förderlichen Faktor dar. Dem gegenüber steht als Hemmnis die Nichtauslastung der ehrenamtlichen Helfer/-innen. Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Eine Erklärung für diese Art der Barrieren kann in der Werbung liegen.

„Werbung“ bzw. das Bewerben der Schulung und nachfolgend des Angebots ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer/-innen erfolgte durch Internetauftritte, klassische Printmedien, wie Zeitungen, des Plakate und Handzetteln, sowie Mundpropaganda. Zu der Reichweiter der einzelnen Arten konnten keine Angaben gemacht werden.

Schlussfolgerung

Zur weiteren Einführung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer/-innen sollte die Vernetzung zwischen den einzelnen Standorten und den jeweiligen Koordinator/-innen vorangetrieben werden. Dies sollte zusätzlich zur Entwicklung eines Implementierungsplans erfolgen.